Lebuser Land

Oder und Neiße markieren die westliche Grenze der Woiwodschaft Lubuskie zu Brandenburg und Sachsen. Die dünn besiedelte Region ist wald - und seenreich und bietet damit beste Voraussetzungen für einen aktiven Urlaub in der Natur. Lubuskie hat ei ne Fläche von knapp 14.000 Quadratkilometern. Auf ihr leben rund eine Million Menschen. Die Bevölkerungsdichte ist mit 72 Einwohnern pro Quadratkilometer niedrig. Die Hauptstadtfunktion teilen sich die beiden größten Städte von Lubuskie. In Gorzów Wielkopolski (Landsberg a.d. Warthe) amtiert der von der Zentralregierung eingesetzte Woiwode, in Zielona Góra (Grünberg) haben der Marschall der Woiwodschaft und das Parlament ihren Sitz. Der Name der Woiwodschaft geht zurück auf das historische Lebuser Land, da s sich beidseitig der Oder rund um den heute in Brandenburg gelegen Bistumssitz Lebus erstreckte. Die eiszeitlich geprägte Region ist zu fast 50 Prozent von Wäldern bedeckt. Zahlreiche Seen und Flüsse machen das nur wenig industrialisierte Lubuskie zu eine m beliebten Ziel für einen naturnahen und aktiven Urlaub. Das sportliche Angebot umfasst neben Kajaktouren, Wandern und Radfahren auch Angeln und Reiten.
 
Paradies der Vögel
Zu den wertvollsten Naturlandschaften gehört der jüngste Nationalpark Polens, d er im Gebiet der Warthemündung eingerichtete Park Narodowy Ujscie Warty . Er wurde 2001 auf einer Fläche von rund 8.000 Hektar östlich von Kostrzyn (Küstrin) eingerichtet. Er ist aus ornithologischer Sicht eines der wertvollsten Gebiete Polens. Einzigartige Feuchtgebiete, ausgedehntes Wiesen - und Weid eland werden zu einem der wichtigsten Refugien für Vögel. In dem Parkgebiet wurden rund 250 Vogelarten festgestellt. Die am Zusammenfluss von Oder und Warthe gelegene Grenzstadt Kostrzyn hat eine fast 1000 - jährige Geschichte. Die Altstadt mit ihren Festun gsanlagen und dem Stadtschloss wurde 1945 komplett zerstört. Wie einst in Pompeji wurden seit den 1990er Jahren Mauerreste wieder freigelegt und Teile der Anlagen restauriert. Straßenverläufe, Grundmauern und Teile der Festungswerke sind heute sichtbar. Da s Berliner Tor als Eingang zur Altstadt wurde wieder aufgebaut. Saniert wurden auch die Bastion Philipp und das Kietzer Tor. ( www.kostrzyn.pl ) Bekannt wurde Kostrzyn in den vergangenen Jahr durch ein Großereignis am Rande der Stadt. Beim Festival „Przystanek Woodstock“ (Haltestelle Woodstock) treffen sich Anfang August Hunderttausende Jugendliche zu einem mehrtägigen Musikfestival bei freiem Eintritt. Das Festival zieht auch viele junge Leute aus Deutschland an. ( www.haltestelle - woodstock.de )
 
Zu den beliebtesten Ausflugszielen gehört die Seenplatte bei Lagów (Lagow) . Die Kleinstadt zwischen den beiden klaren Seen Jezioro Lagowskie und Jezioro Ciecz liegt eingebettet in die ausgedehnten Eichenwälder des Lagowski Park Krajobrazowy (Lagower Landschaftspark). Im Zentrum des Ferienortes thront das Johanniterschloss mit seinem mächtigen Burgfried. Dort residierte von Mitte des 14. Jahrhundert bis 1810 der Johanniter - Orden. Vier Flügel umschließen einen großen Hof im Stil der Renaissance. Heute gibt es dort ein stilvolles Hotel. In der Stadt gibt es zahlreiche weitere Unterkünfte, am Rande der Stadt befindet sich ein großer Ferienpark. Zwei Stadttore aus dem 15. und 16. Jahr hundert begrenzen das Zentrum der Kleinstadt. ( www.lagow.pl ) Ein anderes bekanntes Ferien - und Wassersportzentrum ist Slawa (Schlawa) , eine hübsche Kleinstadt im Südosten der Woiwodschaft. Sie liegt direkt am 800 Hektar großen Jezioro Slawskie (Schlesiersee). Dort entwickelte sich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Tourismus. In der Umgebung gibt es zahlreiche weite re Seen. ( www.slawa.pl )
 
Grenzüberschreitendes UNESCO - Welterbe
Als Welterbe der Menschheit schützt die UNESCO den grenzüberschreitenden Muskauer Park . Zwei Drittel der insgesamt 545 Hektar großen Anlage liegen in der W oiwodschaft Lubuskie bei der Gemeinde Leknica. Als deutsch - polnisches Gemeinschaftsprojekt wurde der Park in den vergangenen Jahren wieder in seine ursprüngliche Form gebracht. Die Initiative zur Anlage des Parks ging vom Fürsten Hermann von Pückler - Muskau (1785 - 1871) aus. In der Region befinden sich eine Reihe sehr wertvoller Baudenkmale. Zu den bekanntesten zählt das Zisterzienserkloster Paradyz (Paradies) in Goscikowo. Die ersten Kirchen - und Klostergebäude wurden dort in der ersten Hälfte des 13. Jahrh underts errichtet. Im 18. Jahrhundert wurde der Klosterkomplex im barock - klassizistischen Stil umgebaut. Eine besondere Attraktion besitzt Swiebodzin (Schwiebus). Am Rande der Stadt wurde Ende 2010 die größte Christus - Statue der Welt eingeweiht. Mit 36 Me tern überragt sie die bekannte Statue in Rio de Janeiro um sechs Meter. Die Figur steht auf einem 16 Meter hohen Hügel und ist schon von weitem zu sehen. Der Bau wurde ausschließlich durch Spenden finanziert. Im Zentrum der Stadt befindet sich ein sehenswe rtes Renaissance - Rathaus, das um 1550 erbaut wurde. ( www.swiebodzin.eu ) Ein Erlebnis der besonderen Art bieten die ehemaligen Befestigungsanlagen des Ostwalls bei Miedzyrzecz (Meseritz). Tausende von Fledermäusen nutzen die unterirdischen Stollen als Winterquartier. Größere Teile der Tunnelanlagen können besichtigt werden. Miedzyrzecz zählt zu den ältesten Städten Polens. Schon im 9. Jahrhundert befand sich dort ein Burg. Im Zentrum der rund 25.000 Einwohner zählenden Kreisstadt befinden sich die Reste des gotischen Schlosses. Teile der Gebäude werden als Museum genutzt. Dort werden unter anderem sehenswerte Sargporträts ausgestellt. ( www.miedzyrzecz.pl )
 
Safari an der Warthe
Swierkocin (Fichtwerder), westlich von Gorzów an der Warta (Warthe) gelegen, besitzt den ersten polnischen Safaripark. Bei der Fahrt durch das 14 Hektar großen Gelände kann man Tiere aus allen Teilen der Welt erleben. Schilder weisen zu den verschiedenen R egionen, etwa in die afrikanische Savanne oder die mongolische Steppe. Für die kleinen Besucher gibt es einen Streichelzoo sowie einen Vergnügungspark. ( www.zoo - safari.com.pl ) Das Altersheim von Trzebiechów (T rebchen), einem kleinen Ort 40 Kilometer nordöstlich von Zielona Góra, wurde von Henry van de Velde (1863 - 1957), einem der wichtigsten Künstler und Theoretiker des Jugendstils, gestaltet. Das frühere Sanatorium ist das einzige Werk des Künstlers im heutige n Polen. Türen, Treppenhäuser, Verglasungen und Möbel stammen aus seiner Hand. Geschwungene Treppen, edle Messingbeschläge oder ornamentale Türumrahmungen kennzeichnen seinen Stil. ( www.henryvandevelde.pl ) Zary (Sorau) ist der Hauptort der polnischen Lausitz und zählt knapp 40.000 Einwohner. Die ehemalige Textilstadt verfügt trotz starker Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg über einige bedeutende Bauwerke. Im nordwestlichen Teil der Stadt steht das Schloss der F amilie Biberstein, ein riesiges Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert, das später im Renaissancestil umgebaut wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Barockpalast der Familie von Promnitz, ein Werk des italienischen Architekten Giovanni Simonetti . Die beiden Residenzen wurden von einem privaten Investor gekauft und sollen restauriert werden. Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit zwei Verteidigungstürmen umgeben die Altstadt von Zary, die vom Turm der gotischen Kosciól Najswietszego Serca Pana Jezusa (Herz - Jesu - Kirche) überragt wird. Schmuckstück des Marktplatzes ist das restaurierte Rathaus mit seinem schönen Renaissanceportal. ( www.zary.pl ) Das bedeutendste Baudenkmal von Zagan (Sagan) ist das von einem P ark umgebene barocke Residenzschloss im Zentrum. Der Bau begann 1628 unter dem damaligen Besitzer Albrecht Wallenstein. Der Hof in Sagan zählte im 19. Jahrhundert zu den bekanntesten in Europa. Damals gehörte das Schloss mitsamt dem Herzogtum Dorothea Tall eyrand - Périgord. Als Dorothea von Kurland geboren, heiratete sie später den damaligen französischen Außenminister Charles - Maurice de Talleyrand. Das Schloss wird heute von kulturellen Eirichtungen und der Stadtverwaltung genutzt. Bei Sagan befand sich zwis chen 1939 und 1942 ein großes Kriegsgefangenenlager, das Stalag VIIIC. Daneben entstand 1942 ein separates Lager für alliierte Flieger. In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1944 versuchten 76 Gefangene von dort eine spektakuläre Flucht durch einen mehr al s 100 Meter langen selbst gegrabenen Tunnel. Nur drei von ihnen konnten entkommen, die übrigen wurden gefasst und 50 von ihnen später erschossen. Das Geschehen wurde mit Steve McQueen in der Hauptrolle verfilmt. In dem ehemaligen Lager erinnert heute ein M useum an das Martyrium der Kriegsgefangenen. ( www.umzagan.nazwa.pl )
 
Die Kleinstadt Nowa Sól (Neusalz) an der Oder verdankt ihren Namen dem Siedewerk, das im 16. Jahrhundert dort errichtet wurde. Meersalz aus S panien und Frankreich wurde über die Oder angeliefert und dort verarbeitet. In der Stadt befinden sich noch zwei ehemalige Salzlager aus dem 18. Jahrhundert. Das Muzeum Miejskie (Stadtmuseum), untergebracht in einer Fabrikantenvilla aus dem 19. Jahrhundert , informiert über die Geschichte der Salzsiederei und über die natürlichen Schätze der Umgebung. ( www.nowasol.pl ) Die weiter südlich an der Oder gelegene Kleinstadt Bytom Odrzanski (Beuthen an der Oder) erlebte ihre Blüte zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Damals entstanden das Rathaus und der Marktplatz im Stil der Renaissance. 1601 wurde in Beuthen eine Hochschule gegründet. Nach der Rekatholisierung der Region wurde die als calvinistisch geltende Hochschule jedoch ber eits 1628 wieder geschlossen. Das 1602 errichtete Rathaus wurde nach einem Brand 1694 im Barockstil wiederaufgebaut. Den Marktplatz umgeben Bürgerhäuser im Stil des Klassizismus und des Barocks. ( www.bytomodrzans ki.pl ) Weitere Informationen zu touristischen Angeboten der Woiwodschaft unter www.ziemialubuska.pl

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